Rezept
Der Brustspitz, das fettdurchzogene Stück an der Spitze der Rindsbrust, wird im Rotweinsud butterzart pochiert statt geschmort. Eine feine Alternative zum Brisket.

Rindsbrustspitz (ca. 1 kg) mit einer Mischung aus 500 ml Rotwein, 500 ml Bouillon, Suppengemüse und Gewürzen bedecken und zugedeckt bei 80 bis 85 °C etwa 3 Stunden pochieren, bis eine Gabel mühelos eindringt. Fleisch im Sud ruhen lassen, quer zur Faser aufschneiden und mit der eingekochten Rotweinjus servieren.
Portionen
4 bis 6 Personen
Vorbereitung
20 Min.
Zubereitung
3 Std.
Sud ansetzen
Rotwein, Bouillon, Rüebli, Zwiebel, Sellerie, Knoblauch, Lorbeer, Pfefferkörner, Wacholder, Thymian, Balsamico und 1 TL Salz in einem Bräter aufkochen und 10 Minuten offen ziehen lassen.

Temperatur einstellen
Sud auf 80 bis 85 °C zurücknehmen: nur vereinzelte Bläschen dürfen aufsteigen, der Sud darf nicht sprudeln. Ein Thermometer hilft, die Grenze zwischen Simmern und Kochen zu halten.

Brustspitz einlegen
Fleisch in den Sud legen, es sollte vollständig bedeckt sein. Zudecken und die Temperatur konstant bei 80 bis 85 °C halten.

Drei Stunden pochieren
Brustspitz 3 bis 3,5 Stunden pochieren, nach 90 Minuten einmal wenden. Fertig ist das Fleisch, wenn eine Gabel ohne Widerstand eindringt und das Fleisch nachgibt.

Im Sud ruhen lassen
Bräter vom Herd nehmen und das Fleisch 20 bis 30 Minuten im abgeschalteten Sud ziehen lassen. So saugt es sich mit Flüssigkeit voll und bleibt saftig.

Jus einkochen und aufschneiden
Fleisch herausheben und warm stellen. Sud passieren und auf etwa 400 ml einkochen, mit 1 EL angerührter Maizena binden und mit kalter Butter montieren. Fleisch quer zur Faser in 1,5-cm-Tranchen schneiden und mit der Jus servieren.

Die Temperatur entscheidet über Saftigkeit und Konsistenz.
| Temperatur | Ergebnis | Für |
|---|---|---|
| 75–80 °C | sehr saftig, braucht 30 Minuten länger | mageres Fleisch |
| 80–85 °C | Standard, saftig und zart | Brustspitz, Bäggli |
| über 90 °C | Eiweiss verhärtet, Fleisch wird faserig | nicht empfohlen |
| Stück | Fettgehalt | Beste Methode |
|---|---|---|
| Brustspitz (Point) | hoch, durchzogen | pochieren oder schmoren 3 h |
| Brustflach (Flat) | magerer | niedergaren oder pastramieren |
| Mocken | mittel, sehnig | schmoren 3 h |
| Bäggli | sehr gehaltvoll | schmoren 2,5 h |
Der Brustspitz ist das dicke, fettdurchzogene obere Ende der Rindsbrust, beim BBQ als Brisket Point bekannt. Er ist das gehaltvollste Stück an der Brust und ideal für feuchte Garmethoden.
Im Gegensatz zum mageren Flat verzeiht der Point auch längere Garzeiten und wird saftiger statt trockener.
Beim Pochieren liegt das Fleisch vollständig in der Flüssigkeit und gart sanft bei 80 bis 85 °C, ganz ohne Röstaromen. Beim Schmoren wird es vorher scharf angebraten und steht nur zur Hälfte im Sud.
Pochiert wird der Brustspitz feiner und saftiger, geschmort bekommt er die dunklen Röstnoten. Für dieses Rezept ist Pochieren gewählt, weil der Rotweinsud das Aroma trägt.
Rotwein bringt Säure, Tannine und Frucht in den Sud und durchzieht das Fleisch. Die Säure hilft zusätzlich beim Aufbrechen des Bindegewebes.
Als Ergebnis entsteht eine tiefdunkle Jus mit Wein-Aromatik, ohne dass die Sauce süffig oder sauer schmeckt.
Die Gabelprobe gilt: eine Gabel schiebt sich ohne Widerstand ins Fleisch und der Braten gibt beim leichten Drehen nach. Das Thermometer zeigt dann etwa 90 bis 95 °C Kerntemperatur.
Schneidet man zu früh, ist das Fleisch zäh. Der Brustspitz verzeiht 30 Minuten zu viel eher als 30 Minuten zu wenig.
Klassisch sind Kartoffelstock, Spätzli oder Polenta, dazu das mitgegarte Suppengemüse oder glasierte Rüebli.
Im Winter passt Rotkabis, im Sommer ein einfacher Salat zur kräftigen Rotweinjus.

Fleisch pochieren: die Technik
Pochieren ist Garziehen bei 70 bis 80 °C: das Fleisch gart ohne Röstung, bleibt saftig und nimmt die Aromen des Suds…

Rindsbraten richtig schmoren
Schmoren verwandelt sehnige Rindstücke in zarten Braten: scharf anbraten, mit Rotwein und Bouillon ablöschen und bei…

Brust vom Rind
Das klassische Siedfleisch und das berühmte Brisket: durchwachsen, saftig und nach Stunden butterzart.

Jus selber machen
Dunkel geröstete Knochen, stundenlang leise gesimmert, dann weit reduziert: So entsteht eine echte Jus, die jede…

Kartoffelstock perfekt machen
Buttrig, locker und ohne einen einzigen Klumpen: mit mehligen Kartoffeln, heisser Milch und kaltem Butter wird der…

Rind teilen
CHF 199.00
Jeden Monat ziehen wir unter allen Abonnentinnen und Abonnenten ein Fleischpaket. Dazu melden wir uns, sobald das nächste Rind geteilt wird.
Mitmachen ist gratis, ohne Kauf.
Die Gewinnerinnen und Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Teilnahmebedingungen
Ja, auf der tiefsten Stufe mit Deckel. Ein Thermometer im Sud ist wichtig, um die 80 bis 85 °C zu halten.
Ja, bei 120 °C im zugedeckten Bräter. Der Sud hält sich dann von selbst bei 80 bis 85 °C.
Zu kurz pochiert oder zu heiss. Weiter pochieren und die Gabelprobe alle 30 Minuten wiederholen.
Der Rotweinsud ist eine volle Jus: einkochen, portionieren und einfrieren. Er hält 3 Monate.
Ja, im abgekühlten Sud über Nacht kalt stellen, dann in der Jus erwärmen. Er wird dadurch sogar aromatischer.