Rezept
Dunkel geröstete Knochen, stundenlang leise gesimmert, dann weit reduziert: So entsteht eine echte Jus, die jede gekaufte Brühe in den Schatten stellt.

Für eine Jus 1 kg Rindsknochen und 300 g Fleischabschnitte bei 220 °C 40 Minuten dunkel rösten, mit Suppengemüse und Tomatenmark anrösten, mit 1,5 l Wasser ablöschen und 2,5 bis 3 Stunden bei 85 bis 90 °C simmern. Abseihen und auf 400 bis 500 ml reduzieren.
Portionen
ergibt ca. 500 ml Jus
Vorbereitung
plus Röstzeit
Zubereitung
4 Std.
Knochen dunkel rösten
Ofen auf 220 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. Knochen und Fleischabschnitte auf ein Blech legen, mit Bratbutter bestreichen und 35 bis 45 Minuten rösten, bis alles tief dunkelbraun ist. Dunkel ist das Ziel, schwarz bedeutet bitter.

Gemüse und Tomatenmark anrösten
Zwiebeln, Rüebli und Sellerie in den letzten 15 Minuten aufs Blech geben und mitrösten. Danach Tomatenmark über die Knochen streichen und noch 2 bis 3 Minuten bei 220 °C anrösten, bis es dunkel riecht.

Ablöschen und ansetzen
Knochen und Gemüse in einen grossen Topf geben. Das Blech mit 300 ml Wasser auskochen und den gelösten Fond dazugiessen. Restliche 1,5 l kaltes Wasser, Lorbeer, Thymian und Pfefferkörner zugeben. Kein Salz, das kommt erst nach der Reduktion.

Leise simmern
Einmal aufkochen, dann auf 85 bis 90 °C zurücknehmen: Die Oberfläche bewegt sich nur noch leicht. Zugedeckt 2,5 bis 3 Stunden simmern und in der ersten halben Stunde den grauen Schaum mehrmals abschöpfen.

Abseihen und reduzieren
Alles durch ein feines Sieb in einen sauberen, kleineren Topf giessen und die Knochen gut ausdrücken. Offen bei mittlerer Hitze 25 bis 35 Minuten auf 400 bis 500 ml reduzieren, bis die Jus dunkel glänzt und einen Löffelrücken überzieht.

Abschmecken und lagern
Erst jetzt salzen, weil die Reduktion den Geschmack stark konzentriert. Heiss servieren oder in eine Eiswürfelform füllen und einfrieren: Jeder Würfel ergibt später eine Portion Sauce für zwei Personen.

Die drei Begriffe werden oft verwechselt, unterscheiden sich aber in Aufbau und Einsatz.
| Sauce | Basis | Konsistenz | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|
| Jus | geröstete Knochen, Gemüse, Wasser | leicht gebunden, glänzend | universal zu Braten und Steak |
| Demi-Glace | Jus, weit reduziert | sirupartig, sehr konzentriert | Basis für Bordelaise, Pfeffersauce |
| Bratensauce | Bratensatz plus Fond | mit Mehl oder Maizena gebunden | direkt aus dem Braten im Blech |
| Ausgangsmenge | Reduktionszeit | Ergebnis |
|---|---|---|
| 1,8 l Ansatz | 2,5 bis 3 h Simmern | ca. 1,2 l Fond |
| 1,2 l Fond | 25 bis 35 Min offen | ca. 500 ml Jus |
| 500 ml Jus | 15 bis 20 Min weiter | ca. 250 ml konzentrierte Basis |
Je weiter du reduzierst, desto vorsichtiger mit Salz. Erst am Ende abschmecken.
Jus ist die reduzierte Flüssigkeit aus gerösteten Knochen, Fleischabschnitten und Gemüse. Anders als eine Bratensauce entsteht sie nicht direkt im Bratenfond, sondern als eigenständiger Ansatz, der langsam simmern und danach stark reduziert wird.
Das Ergebnis ist eine konzentrierte, glänzende Fleischsauce ohne Verdickung durch Mehl. Geschmack und Körper kommen allein aus Gelatine und Reduktion.
Am ergiebigsten sind Markknochen, Beinscheiben und Brustbein vom Rind, weil sie viel Kollagen liefern. Fleischabschnitte von Braten oder Parierarbeit bringen zusätzlich Röstaromen und Geschmack.
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Sprudelndes Kochen verteilt Fett und Schaum in der Flüssigkeit und macht die Jus trüb. Bei 85 bis 90 °C lösen sich Gelatine und Aromen genauso gut heraus, die Jus bleibt aber klar und glänzend.
Ein leichtes Zittern der Oberfläche ist genug. Wenn du nicht sicher bist: lieber zu schwach einstellen und die Zeit verlängern als zu heiss kochen.
Im Kühlschrank hält sich eine Jus 4 bis 5 Tage, weil ihre Gelatine konservierend wirkt. Zum längeren Aufbewahren in eine Eiswürfelform füllen und einfrieren, so hast du immer einzelne Portionen parat.
Eingefroren hält sie 3 Monate. Die Würfel lassen sich direkt gefroren in einer Saucepfanne aufwärmen oder in eine Bratensauce einrühren.
Zu dünn bedeutet fast immer zu wenig reduziert: einfach weiter offen einkochen, bis sie einen Löffelrücken überzieht. Binden mit Maizena ist die Notlösung, verändert aber Glanz und Geschmack.
Zu salzig lässt sich nicht zurückdrehen, darum nie während der Reduktion salzen. Ist es trotzdem passiert, mit ungesalzener Bouillon oder Wasser strecken und erneut reduzieren.

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Mitmachen ist gratis, ohne Kauf.
Die Gewinnerinnen und Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Teilnahmebedingungen
Ja, klassische Jus braucht keinen Wein. Röstaromen, Gemüse und Reduktion tragen den Geschmack. Wer mag, löst das Blech mit 100 ml Rotwein statt Wasser ab.
Plane 4 Stunden: 45 Minuten rösten, 3 Stunden simmern, 30 Minuten reduzieren. Die aktive Arbeit sind dabei nur etwa 30 Minuten, der Rest läuft von allein.
Sie ist tief dunkelbraun, glänzt und überzieht einen Löffelrücken als dünner Film. Wenn du mit dem Finger durch den Film streichst, bleibt eine klare Linie stehen.
Ja, das Simmern verkürzt sich auf etwa 45 Minuten bei vollem Druck. Die Röstung der Knochen im Ofen darfst du trotzdem nicht überspringen, sonst fehlt die Farbe.
Meist wurde zu dunkel geröstet oder das Tomatenmark ist verbrannt. Schwarz statt dunkelbraun heisst bitter. Tomatenmark erst kurz anrösten und den Ofen nicht über 220 °C stellen.