Rezept
Der Metzgete-Klassiker all'italiana: langsam gebratene Blut- und Leberwürste auf süss-saurer Balsamico-Zwiebelsauce, cremiger Bramata und gedünstetem Chicorée.

Bramata mit Buchweizen in Milch und Bouillon 45 Minuten ausquellen lassen. Chicorée 10 Minuten wässern, dann 10 Minuten dünsten. Blut- und Leberwürste 15 bis 20 Minuten langsam braten, dabei mehrmals einstechen. Im Bratensatz Zwiebeln karamellisieren und mit Fond und Balsamico 5 Minuten zu einer Sauce einkochen.
Portionen
4 Personen
Vorbereitung
15 Min.
Zubereitung
45 Min.
Bramata ansetzen
4 dl Milch und 5 dl Gemüsebouillon mit 2 Lorbeerblättern aufkochen. 120 g Bramata und 50 g Buchweizenkerne einrühren und zugedeckt auf kleinster Stufe 45 Minuten ausquellen lassen. Alle 10 bis 15 Minuten umrühren, zum Schluss mit Salz und Pfeffer würzen und die Lorbeerblätter entfernen.

Chicorée wässern und dünsten
4 Chicorée längs halbieren, den Strunk keilförmig herausschneiden und 10 Minuten in lauwarmes Wasser legen, das mildert die Bitterkeit. Gut abtropfen lassen und in 2 EL Butter mit 1 EL Öl rundherum anbraten, dann zugedeckt auf kleiner Stufe 10 Minuten dünsten.

Würste langsam braten
Blut- und Leberwürste in 1 EL Öl bei mittlerer Hitze 15 bis 20 Minuten rundherum braten. 2 Zweige Rosmarin mitbraten. Mehrmals mit einem Zahnstocher einstechen, damit die Haut nicht platzt.

Balsamico-Sauce einkochen
Würste aus der Pfanne nehmen und warm stellen. Im Bratensatz 2 rote Zwiebeln in Streifen andünsten, 1 EL braunen Zucker zugeben und leicht karamellisieren lassen. Mit 1 dl Rindsfond und 0,5 dl Balsamico ablöschen und 5 Minuten sämig einkochen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Anrichten
Je eine Kelle Bramata und eine Chicorée-Hälfte auf vorgewärmte Teller geben. Eine Blut- und eine Leberwurst dazu legen und mit der Balsamico-Zwiebelsauce überziehen.

| Sorte | Körnung | Quellzeit | Charakter |
|---|---|---|---|
| Bramata | grob | ca. 45 Min. | körnig, rustikal, braucht Geduld |
| Polenta klassisch | mittel | ca. 30 Min. | cremiger, universeller |
| Polenta precotta | fein | 5–10 Min. | schnell, aber weniger Charakter |
Bramata mit Buchweizen ergibt die rustikalste Version. Wer es cremiger mag, nimmt nur Bramata und mehr Milch.
| Methode | Dauer | Wirkung |
|---|---|---|
| Wässern | 10 Min. in lauwarmem Wasser | zieht Bitterstoffe heraus |
| Strunk entfernen | keilförmig herausschneiden | bitterste Stelle weg |
| Dünsten in Butter | 10 Min. zugedeckt | rundet ab, süsst leicht |
Bramata ist grob gemahlener Maisgriess, also die rustikalste Form von Polenta. Sie braucht länger zum Quellen als feine Polenta, dafür bleibt sie körnig und hat mehr Biss und Maisaroma.
Hier kommt sie zusammen mit Buchweizenkernen in eine Mischung aus Milch und Bouillon. Das ergibt eine feste, nussige Unterlage, die den würzigen Würsten und der süss-sauren Sauce standhält.
Der Inhalt der Würste dehnt sich in heissem Fett schneller aus als die Haut. Bei zu hoher Hitze platzt die Wurst auf und der Inhalt tritt aus.
Gegenmittel: langsam bei mittlerer Hitze braten und mehrmals mit einem Zahnstocher einstechen, damit der Dampf kontrolliert entweichen kann. Nicht tief anschneiden.
Ein milder, qualitativ guter Balsamico, nicht der billige scharfe Essig. Er soll die Sauce abrunden, nicht dominieren.
In der Sauce wird der Balsamico mit Fond eingekocht: je besser die Qualität, desto sämiger und feiner wird das Ergebnis. Säuerlicher Balsamico gibt eine harte, spitze Sauce.
Radicchio, Endivie oder gedünsteter Wirsing funktionieren genauso gut. Wichtig ist eine leicht bittere, gedünstete Gemüsekomponente, die die Süsse des Balsamicos kontrastiert.
Im Winter passt auch geschmorter Rosenkohl oder schwarz gedünsteter Wirz.

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Grob gemahlener Maisgriess, die rustikalste Polenta-Variante. Quellzeit ca. 45 Minuten, ergibt eine körnige, nussige Unterlage.
Nicht zwingend, aber 10 Minuten in lauwarmem Wasser mildern die Bitterkeit deutlich. Wer es bitterer mag, lässt den Schritt weg.
Ja, bei 160 °C Umluft ca. 20 bis 25 Minuten auf einem Blech, dabei mehrmals einstechen. Die Pfannenvariante gibt aber die bessere Röstung und den Bratensatz für die Sauce.
Ein leichter, fruchtiger Rotwein mit wenig Tannin, etwa ein Gamay oder ein Tessiner Merlot giovane.