Rezept
Eine goldene Kruste aus Sbrinz, Peterli und Brösel auf einem rosa Hohrücken: der Festbraten mit Schweizer Akzent.

Hohrücken (ca. 1 kg) scharf anbraten und bei 140 °C auf 50 °C Kerntemperatur garen. Dann mit einer Masse aus 80 g Sbrinz, 80 g Bröseln, Peterli, Senf und Butter bestreichen und bei 220 °C Grill 5 bis 8 Minuten gratinieren, bis die Kruste goldbraun ist. 10 Minuten ruhen lassen und aufschneiden.
Portionen
4 bis 6 Personen
Vorbereitung
plus 30 Minuten Temperieren
Zubereitung
1 Std. 15 Min.
Krustenmasse vorbereiten
Sbrinz, Brösel, weiche Butter, Peterli, Thymian und geriebenen Knoblauch zu einer krümeligen Masse verkneten. Flach auf einem Teller verteilen und kalt stellen, damit sie sich später gut aufstreichen lässt.

Hohrücken anbraten
Hohrücken 30 Minuten temperieren, trocken tupfen, mit 2 TL Salz und 1 TL Pfeffer würzen. In 2 EL heissem Öl rundum je 2 bis 3 Minuten scharf anbraten, insgesamt 8 bis 10 Minuten.

Sanft garen bei 140 °C
Braten in einen Bräter legen, mit 200 ml Bouillon angiessen und bei 140 °C etwa 50 bis 60 Minuten garen, bis die Kerntemperatur 50 °C erreicht. Die Kruste kommt später, das Fleisch darf noch unter dem Ziel sein.

Senf anstreichen und Kruste auftragen
Braten aus dem Ofen nehmen und den Ofen auf 220 °C Grillfunktion stellen. Oberseite und Seiten des Bratens mit 2 EL Dijonsenf bestreichen und die Krustenmasse gleichmässig 1 cm dick andrücken.

Goldbraun gratinieren
Braten auf der obersten Schiene 5 bis 8 Minuten gratinieren, bis die Kruste goldbraun und der Käse geschmolzen ist. Die Kerntemperatur steigt dabei auf 54 bis 56 °C.

Ruhen und mit Jus servieren
Braten 10 Minuten zugedeckt ruhen lassen. Den Bratsatz mit Bouillon ablöschen, 5 Minuten einkochen und mit 20 g kalter Butter montieren. Braten in 1,5-cm-Tranchen schneiden und mit der Jus servieren.

| Käse | Kräuter | Charakter |
|---|---|---|
| Sbrinz | Peterli + Thymian | der Schweizer Klassiker, kräftig und salzig |
| Greyerzer | Peterli + Estragon | nussiger, milder |
| Parmigiano | Basilikum + Salbei | mediterran |
| Raclettekäse, gerieben | Peterli + Schnittlauch | cremiger, rustikaler |
| Problem | Ursache | Lösung |
|---|---|---|
| Kruste fällt ab | Braten zu trocken oder kein Senf | Senf als Kleber anstreichen, Masse andrücken |
| Kruste verbrennt | zu lange grilliert | 5 Minuten beobachten, bei Bedarf mit Folie abdecken |
| Fleisch übergart | zu hohe Kerntemperatur vor dem Gratinieren | bei 50 °C aus dem Ofen, Grill schiebt auf 54–56 °C |
| Kruste bleibt blass | Grill nicht heiss genug | Grillfunktion voll aufheizen, obere Schiene verwenden |
Die Kräuter-Käse-Kruste braucht nur 5 bis 8 Minuten unter dem Grill. Würde sie von Anfang an mitgaren, verbrennen Käse und Kräuter lange bevor das Fleisch gar ist.
Deshalb gart der Hohrücken zuerst ohne Kruste auf 50 °C: die Grillphase bringt die restlichen 4 bis 6 °C Kerntemperatur mit.
Dijonsenf ist der Kleber: er wird dünn auf die heisse Kruste des Bratens gestrichen und verbindet Fleisch und Krustenmasse. Der Senf selbst schmeckt man später kaum, er unterstreicht nur die Röstnote.
Die Masse sollte krümelig und kalt sein, dann lässt sie sich wie ein Teig andrücken und fällt beim Schneiden nicht auseinander.
Der Hohrücken mit der goldenen Kruste ist der klassische Weihnachts- und Festbraten: er sieht auf der Platte grossartig aus und der Sbrinz gibt ihm den Schweizer Dreh.
Der grösste Teil der Arbeit lässt sich vorverlegen: Krustenmasse am Morgen vorbereiten, Braten temperieren und die Gäste erleben nur das Gratinieren und Tranchieren.
Zur salzigen Sbrinz-Kruste passen schlichte Beilagen: Kartoffelstock, glasierte Rüebli, Rotkabis oder ein Wirz-Gemüse. Ein süsser Mostbröckli oder Dörrbirnen geben den Kontrast.
Als Sauce reicht die Bratenjus: die Kruste bringt schon genug Geschmack, eine Rahmsauce wäre zu viel.
Das Prinzip funktioniert mit jedem Bratenstück vom Rind: Schulterfilet, Nuss oder sogar einem kleinen Roastbeef. Bei mageren Stücken wie der Nuss die Garzeit um 10 Minuten kürzen.
Auch ein Schweinsfilet nimmt die Kruste gut an: dann aber auf 62 bis 65 °C Kerntemperatur garen und die Grillzeit auf 4 bis 5 Minuten kürzen.

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Ja, Greyerzer, Parmigiano oder gereifter Raclettekäse funktionieren. Wichtig ist ein würziger, fettreicher Käse, der goldbraun statt wässrig wird.
Den Ofen auf 220 °C Oberhitze stellen und den Braten auf der obersten Schiene 6 bis 10 Minuten gratinieren. Es dauert etwas länger als unter dem Grill.
Die Oberfläche wird goldbraun und knusprig, die Schicht darunter bleibt durch die Butter sämig. Für mehr Crunch Anteil der Brösel auf 100 g erhöhen.
Ja, bis zu 2 Tage im Voraus zugedeckt im Kühlschrank. Direkt aus der Kälte auftragen, warm wird sie zu weich.
Die Kerntemperatur vor dem Gratinieren war zu hoch. Bei 50 °C aus dem Ofen nehmen, die Grillphase gibt die restlichen Grad dazu.