Rezept
Eingeweichte Morcheln, Weisswein und Rahm, fertig ist die Sauce, ohne die kein Zürcher Geschnetzeltes komplett ist: Erdfarben, nussig und verführerisch teuer schmeckend.

Für Morchelrahmsauce 20 g getrocknete Morcheln 30 Minuten in 250 ml warmem Wasser einweichen, Wasser durch einen Filter aufbewahren. Morcheln und Schalotte in Butter dünsten, mit 100 ml Weisswein ablöschen und mit 200 ml Rahm plus Einweichwasser 6 bis 8 Minuten cremig einkochen.
Portionen
4 Personen
Vorbereitung
plus 30 Min Einweichzeit
Zubereitung
20 Min.
Morcheln einweichen
Getrocknete Morcheln in 250 ml lauwarmem Wasser 30 Minuten einweichen. Herausnehmen, leicht ausdrücken und das Wasser durch einen Kaffeefilter oder ein Tuch in eine Schüssel giessen: Der sandige Bodensatz bleibt zurück und wird weggeworfen.

Morcheln putzen und halbieren
Morcheln der Länge nach halbieren und kurz unter kaltem Wasser abschwenken, um letzten Sand zu entfernen. Gut abtropfen lassen, sie sollen feucht, aber nicht nass sein.

Schalotte und Morcheln dünsten
Schalotte in 20 g Butter 2 Minuten glasig dünsten, ohne Farbe. Morcheln zugeben und 3 Minuten bei mittlerer Hitze mitdünsten, bis sie aromatisch riechen.

Ablöschen und einkochen
Mit 100 ml Weisswein ablöschen und 3 Minuten auf die Hälfte reduzieren. 200 ml Rahm und 150 ml vom gefilterten Morchelwasser zugeben und 6 bis 8 Minuten leise köcheln, bis die Sauce cremig wird und einen Löffelrücken überzieht.

Abschmecken und servieren
Mit Salz, weissem Pfeffer und einem kleinen Spritzer Zitrone abschmecken, Peterli unterrühren. Klassisch über Kalbsvoressen, Kalbsfilet oder Geschnetzeltes geben und mit Rösti servieren.

| Form | Menge | Vorbereitung | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| Getrocknet | 20 g | 30 Min in warmem Wasser | intensivster Geschmack, ganzjährig |
| Frisch (Mai bis Juni) | 100 g | nur putzen und halbieren | zarter, aber saisonal selten |
| Tiefgefroren | 100 g | direkt verwenden | akzeptabel, aber wässriger |
Getrocknete Morcheln sind konzentrierter als frische und stehen das ganze Jahr zur Verfügung. Für die Sauce sind sie die bessere Wahl.
| Pilz | Geschmack | Menge | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| Steinpilze getrocknet | ähnlich intensiv | 20 g | beste Alternative |
| Egerlinge | nussig, milder | 100 g frisch | gut, aber weniger elegant |
| Trüffelpaste | sehr intensiv | 1 TL | nur sparsam, dominiert schnell |
Morcheln lassen sich bis heute nicht kultivieren und müssen von Hand gesammelt werden, meist nach Waldbränden oder in lichten Wäldern. Saison und Ertrag schwanken stark, was den Preis erklärt.
Die 20 g getrocknete Morcheln in diesem Rezept kosten etwa so viel wie 200 g frische Champignons, geben aber der Sauce ein Aroma, das man mit keinem anderen Pilz erreicht.
Das Wasser enthält den grössten Teil des Morchelaromas, das beim Trocknen in die Pilze eingezogen ist. Es ist die wertvollste Flüssigkeit des ganzen Rezepts.
Es muss aber gefiltert werden, weil am Boden immer feiner Sand und Erde zurückbleiben. Ein Kaffeefilter oder ein Tuch genügt, das Filtern dauert eine Minute.
Sie ist die klassische Begleitung des Zürcher Geschnetzeltens und des Kalbsvoressen, zwei Gerichte, die in der Zürcher Küche fest verankert sind. Ursprünglich wurden frische Morcheln im Frühling gesammelt, heute arbeitet man ganzjährig mit getrockneten.
Kalb gibt es bei uns saisonal im Shop, alternativ funktioniert die Sauce auch mit Geschnetzeltem vom Rind oder Poulet. Sie ist zu wertvoll, um nur auf Kalb zu warten.
Die Cremigkeit kommt nur aus Rahm und Reduktion, nie aus Mehl oder Maizena. 6 bis 8 Minuten leise köcheln, bis sie einen Löffelrücken überzieht und beim Schwenken langsam zurückläuft.
Kocht man zu stark oder zu lange, wird sie zu dick und verliert Glanz. Besser etwas dünn servieren, auf dem heissen Fleisch dickt sie nach.
Ausser Kalbsvoressen und Geschnetzeltem ist sie perfekt zu Kalbsfilet, Pouletbrust, gebratenem Rindsfilet und sogar zu Spätzli oder Tagliatelle als Hauptgericht ohne Fleisch.
Mit Rösti ist sie die Schweizer Nationalkombination. Ein Glas weisser, trockener Wein wie Chasselas oder Fendant ist die klassische Begleitung.

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20 g in 250 ml lauwarmem Wasser 30 Minuten, nicht länger. Zu langes Einweichen macht sie weich und wässrig, und das Wasser wird bitter.
Nur notfalls durch Bouillon, aber dann fehlt der halbe Morchelgeschmack. Das Wasser ist der wichtigste Teil des Rezepts und sollte nie ersetzt werden.
Sie ist cremig, glänzt und überzieht einen Löffelrücken. Beim Schwenken der Pfanne fliesst sie langsam zusammen, ohne sofort dünn zu werden.
Ja, ohne Butter und Peterli 1 Tag im Kühlschrank. Beim Aufwärmen langsam heiss machen, nie kochen, und erst nach dem Servieren mit frischem Peterli abschmecken.
Das Einweichwasser wurde nicht gefiltert. Der feine Sand sitzt am Boden und muss durch einen Filter oder ein Tuch zurückbleiben. Im Mund ist er unangenehm und lässt sich nicht mehr entfernen.