Rezept
Der wohl beliebteste Schweizer Küchenklassiker: würziges Ghackets, buttrige Hörnli, warmes Apfelmus und geriebener Käse. In 40 Minuten auf dem Tisch.

Für Ghackets mit Hörnli 500 g Rindhackfleisch portionsweise in einer heissen Pfanne krümelig anbraten, Zwiebel und Knoblauch dazugeben, Tomatenpüree anrösten und mit Rotwein und Bouillon ablöschen. Mit Lorbeer und Thymian 10 Minuten köcheln. Hörnli in Salzwasser 8 bis 10 Minuten al dente kochen und mit geriebenem Greyerzer und warmem Apfelmus servieren.
Portionen
4 Personen
Vorbereitung
15 Min.
Zubereitung
25 Min.
Apfelmus kochen
Äpfel schälen, vierteln, Kerngehäuse entfernen und grob schneiden. Mit 1 dl Wasser, 2 EL Zucker, Zimtstange und Zitronensaft in einer Pfanne aufkochen und zugedeckt bei kleiner Hitze 10 bis 15 Minuten weich dämpfen. Mit der Gabel zu grobem Mus zerdrücken und warm stellen.

Hackfleisch anbraten
Bratbutter in einer grossen Pfanne stark erhitzen. Das Hackfleisch in 3 bis 4 Portionen hineinbröckeln und jede Portion 2 bis 3 Minuten ungestört anbraten, damit sie Farbe bekommt. Erst dann mit der Kelle krümelig ziehen. Zwiebel und Knoblauch zugeben und 2 Minuten mitbraten.

Tomatenpüree rösten und ablöschen
Tomatenpüree in die Pfanne geben und 1 Minute anrösten, das gibt Tiefe und eine dunklere Farbe. Mit Rotwein ablöschen, Bouillon, Lorbeer, Thymian und Paprika zugeben und offen 10 Minuten köcheln, bis die Sauce leicht eindickt. Mit Salz und Pfeffer würzen.

Hörnli kochen
Hörnli in reichlich Salzwasser 8 bis 10 Minuten al dente kochen. Abgiessen, nicht abschrecken, und sofort mit 1 EL Butter oder etwas Sauce mischen, damit sie nicht zusammenkleben.

Anrichten
Hörnli auf die Teller geben, Ghackets darüber verteilen und mit geriebenem Käse bestreuen. Das warme Apfelmus daneben oder darüber servieren, dazu passt ein grüner Salat.

Ghackets lebt vom Bratgeschmack. Das Hackfleisch entscheidet, wie würzig und saftig die Sauce wird.
| Hackfleisch | Fettanteil | Ergebnis |
|---|---|---|
| Rind, normal | ca. 15 bis 20 % | kräftig, saftig, der Klassiker |
| Rind, mager | unter 10 % | trockener und blasser, mehr Öl nötig |
| Mischtes (Rind und Kalb) | ca. 15 % | milder, feiner im Geschmack |
| Halb Rind, halb Schwein | ca. 20 % | würziger und sämiger, eher italienisch |
Kalb gibt es saisonal im Shop, alternativ funktioniert das Rezept auch mit reinem Rindhackfleisch.
| Variante | Was anders ist | Wirkung |
|---|---|---|
| Mit Speck | 50 g Speckwürfel vor dem Hackfleisch auslassen | rauchiger, deftiger |
| Mit Zucchetti | 1 kleine Zucchetti gewürfelt mitkochen | mehr Gemüse, süsslicher |
| Pikant | 1 Prise Chili oder Peperoncino | feine Schärfe |
| Schnellversion | Apfelmus aus dem Glas, erwärmt | 20 Minuten auf dem Tisch |
Ghackets ist die Schweizer Art, Hackfleisch zu servieren: krümelig gebratenes Rindhackfleisch in einer würzigen, leicht gebundenen Sauce aus Zwiebel, Tomatenpüree und Bouillon. Dazu kommen fast immer Hörnli und Apfelmus.
Das Gericht ist Bodenständigkeit pur und steht in der Schweiz seit Generationen auf dem Familientisch, in der Militärküche und auf Berggasthof-Menükarten.
Die saure Süsse des Apfelmus balanciert das salzige, fettige Ghackets. Warm serviert verbindet es sich auf dem Teller fast wie eine zweite Sauce.
Selbst gemachtes Apfelmus schmeckt deutlich fruchtiger als gekauftes. Säuerliche Sorten wie Boskoop oder Gravensteiner zerfallen schön und brauchen wenig Zucker.
Gibt man 500 g auf einmal in die Pfanne, kühlt sie ab und das Fleisch dünstet im eigenen Saft statt zu braten. Es wird grau und die Sauce fade.
In Portionen und bei starker Hitze entstehen Röststoffe. Diese braunen Krümel tragen den ganzen Geschmack der Sauce.
Klassisch ist geriebener Greyerzer: er schmilzt auf dem heissen Ghackets und bringt eine nussige Würze. Sbrinz ist die kräftigere Alternative.
Milder wird es mit Appenzeller oder einem jungen Bergkäse. Parmesan funktioniert auch, macht das Gericht aber italienischer.
Das Ghackets hält sich zugedeckt im Kühlschrank 2 bis 3 Tage und wird beim Aufwärmen sogar aromatischer. Zum Servieren mit einem Schuss Bouillon aufwärmen.
Hörnli und Apfelmus bereitest du frisch zu. Apfelmus hält sich gekühlt 3 bis 4 Tage und lässt sich auch einfrieren.

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Ghackets ist trockener und würziger: nur Bouillon und wenig Tomatenpüree, keine Karotten, kein Sellerie, keine lange Schmorzeit. Bolognese ist eine sämige Tomaten-Fleisch-Sauce, die 2 bis 3 Stunden köchelt.
Makkaroni ist das Original, Hörnli die üblichste Form. Kurze Teigwaren wie Penne, Rigatoni oder Fusilli halten das Ghackets gut, lange wie Spaghetti eher nicht.
Zu wenig Hitze beim Anbraten oder zuviel Bouillon. Das Hackfleisch muss Farbe bekommen und die Sauce sollte offen einkochen, bis sie sämig am Fleisch haftet.
Beides geht. In der Schweiz wird es meist lauwarm bis warm serviert, kalt aus dem Kühlschrank ist vor allem im Sommer üblich.
Gekühlt 2 bis 3 Tage. Zum Einfrieren bis zu 3 Monate, ohne Nudeln einfrieren.