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Technik

Fleisch parieren: sauber zuschneiden

Parieren heisst Fleisch von Sehnen, Silberhäutchen und überschüssigem Fett befreien. Die Technik, die zwischen einem zähen und einem perfekten Stück entscheidet.

Hände parieren ein Rindsfilet auf dem Brett, schmales Messer löst die Silberhaut
  1. Messerschmal + scharf
  2. Fettschicht3–5 mm
Flach unter die Silberhaut, straff ziehen: so verliert man fast kein Fleisch beim Parieren.

Kurz erklärt

Beim Parieren entfernt man mit einem scharfen, schmalen Messer Silberhäutchen, Sehnen und harte Fettpartien vom Fleisch. Die Silberhaut löst man, indem man die Klinge flach darunter schiebt und das Häutchen mit der anderen Hand straff zieht. Eine dünne Fettschicht von 3 bis 5 mm bleibt dran, sie schützt und gibt Geschmack. Abschnitte werden zu Ragout, Brät oder Bouillon weiterverwertet, nicht weggeworfen.

  • Was beim Parieren wegkommt, was dranbleibt
  • Das richtige Messer zum Parieren

Portionen

Grundtechnik

Vorbereitung

15 Min.

Zubereitung

0 Min.

Zutaten

  • 1Fleischstück zum Parieren (Filet, Nuss, Huft oder Schulter)
  • 1schmales, scharfes Messer (Ausbein- oder Filetiermesser)
  • 1grosses Schneidebrett
  • 1 Schalefür die Abschnitte

Zubereitung

  1. 1

    Stück und Werkzeug bereitlegen

    Das Fleisch kalt aus dem Kühlschrank nehmen, so schneidet es sich am saubersten. Brett, Messer und eine Schale für die Abschnitte bereitlegen. Die Handhaltung: Klinge flach, Schnitt weg vom Körper.

    Stück und Werkzeug bereitlegen
  2. 2

    Silberhaut an einer Ecke anheben

    An einem Ende des Stücks die Klinge flach zwischen Silberhaut und Fleisch schieben und eine Lasche von 2 bis 3 cm lösen. Diese Lasche mit den Fingern der anderen Hand fassen und straff nach oben ziehen.

    Silberhaut an einer Ecke anheben
  3. 3

    Silberhaut in einem Zug abziehen

    Bei festgezogener Lasche die Klinge flach und leicht nach oben geneigt entlang der Silberhaut führen, bis sie sich in einem Zug ablöst. Die Klinge zeigt gegen das Häutchen, nicht ins Fleisch, so bleibt fast kein Fleisch dran.

    Silberhaut in einem Zug abziehen
  4. 4

    Sehnen und hartes Fett trimmen

    Sichtbare Sehnen und dicke, harte Fettklumpen herausschneiden. Eine gleichmässige Fettschicht von 3 bis 5 mm bleibt dran: sie schützt vor dem Austrocknen und trägt Geschmack in den Braten. Hängende, dünne Fettlappen abtrennen.

    Sehnen und hartes Fett trimmen
  5. 5

    Form glätten und Abschnitte sortieren

    Das Stück in eine gleichmässige Form bringen, dünne Spitzen umbiegen oder abtrennen. Saubere Fleischabschnitte für Ragout, Geschnetzeltes oder Tartar aufheben, reine Sehnen und Silberhäute in die Bouillon oder entsorgen.

    Form glätten und Abschnitte sortieren
Messer
Ausbeinmesser
schmal, spitz, sehr scharf
Silberhaut
immer weg
gart nicht mit, wird zäh
Fettschicht
3–5 mm dran
Geschmacksträger und Schutz
Abschnitte
verwerten
Ragout, Brät, Bouillon

Was beim Parieren wegkommt, was dranbleibt

PartieWeg oder dranWarum
Silberhaut (Sehnenhaut)immer weggart nicht mit, zieht sich zusammen und wölbt das Stück
Dicke, harte Fettklumpenwegwerden nicht knusprig, schmecken talgig
Gleichmässige Fettschicht 3–5 mmdranschützt und gibt Geschmack
Sehnen, die man fühltwegbleiben auch nach Stunden zäh
Saubere FleischabschnitteaufhebenRagout, Geschnetzeltes, Tartar, Hackfleisch

Das richtige Messer zum Parieren

MesserKlingeAm besten für
Ausbeinmesser12–15 cm, schmal, spitzSehnen, Silberhaut, Knochenarbeit
Filetiermesser15–18 cm, flexibelSilberhaut und feine Abschnitte
Kochmesser18–20 cmForm glätten, grosse Abschnitte

Die Klinge muss scharf sein: ein stumpfes Messer reisst am Häutchen und nimmt mehr Fleisch mit als nötig.

Was bedeutet Fleisch parieren?

Parieren ist das saubere Zuschneiden von Fleisch: Sehnen, Silberhäutchen, harte Fettklumpen und unschöne Ränder werden entfernt, bis ein gleichmässiges, reines Stück übrigbleibt.

Beim Metzger ist das Parieren bereits erledigt. Wer ein ganzes Stück kauft oder selbst zuschneidet, pariert zu Hause nach, etwa bei Filet, Nuss oder einer ganzen Schulter.

Warum muss die Silberhaut weg?

Die Silberhaut ist eine zarte, silbrig glänzende Sehnenhaut, die an vielen Stücken anliegt. Sie wandelt sich beim Garen nicht in Gelatine um, sondern zieht sich zusammen, wölbt das Fleisch und bleibt zäh wie ein Faden.

Auch beim Anbraten wird sie nie knusprig, sondern nur zäh. Darum kommt sie immer weg, egal ob Steak, Filet oder Braten.

Wieviel Fett lässt man dran?

Eine gleichmässige Fettschicht von 3 bis 5 mm ist ideal: sie schützt das Fleisch beim Garen, schmilzt teilweise und gibt Geschmack ab. Beim Tafelspitz und bei der Picanha ist der Fettdeckel sogar Teil der Tradition.

Wegkommen dicke, harte Klumpen und lose Fettlappen, die nicht schmelzen und wachsig schmecken. Die Regel: gleichmässig dünn statt fleckig dick.

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Was mache ich mit den Abschnitten?

Saubere Fleischabschnitte sind wertvoll: sie werden zu Ragout, Geschnetzeltem, Tartar oder selbst gemachtem Hackfleisch. Bei einem Filet reichen die Abschnitte oft noch für eine kleine Portion Stroganoff.

Sehnen, Silberhäute und hartes Fett kommen in die Knochenbrühe oder in den Abfall. Wer ein Rind teilt, verwertet genau diese Abschnitte: Nose-to-Tail heisst, nichts Brauchbares wegwerfen.

Welche Fehler passieren beim Parieren?

Der häufigste Fehler: die Klinge zeigt ins Fleisch statt flach unter das Häutchen, dann geht zu viel gutes Fleisch verloren. Zweiter Fehler: das Häutchen nicht straff ziehen, dann stochert man statt zu schneiden.

Und: warmes Fleisch pariert sich schlecht. Direkt aus dem Kühlschrank arbeiten, oder bei grösseren Mengen das Stück 20 Minuten ins Tiefkühlfach legen, bis es fest ist.

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Häufige Fragen

Was entfernt man beim Parieren?

Silberhäutchen, Sehnen, harte Fettklumpen und lose Fettlappen. Eine gleichmässige Fettschicht von 3 bis 5 mm bleibt dran.

Welches Messer braucht man zum Parieren?

Ein schmales, sehr scharfes Messer wie ein Ausbein- oder Filetiermesser mit 12 bis 18 cm Klinge.

Muss man Fett beim Parieren immer wegschneiden?

Nein. Eine dünne, gleichmässige Schicht bleibt dran, sie schützt und gibt Geschmack. Nur dicke Klumpen und lose Lappen kommen weg.

Wie entfernt man die Silberhaut?

Klinge flach zwischen Haut und Fleisch schieben, eine Lasche lösen, straff ziehen und die Klinge flach entlangführen, gegen das Häutchen gerichtet.

Wieviel geht beim Parieren verloren?

Bei sauberer Arbeit 5 bis 15 % des Gewichts. Die sauberen Abschnitte werden zu Ragout, Brät oder Bouillon weiterverwertet.