Rezept
Die knusprigste Art, gekochtes Fleisch zu essen: Tranchen von gesottenem Rind in einer scharfen Meerrettich-Panade goldbraun ausgebacken.

Gekochtes Siedfleisch in 1 cm dicke Tranchen schneiden, salzen und mit einer Panade aus Mehl, verquirltem Ei mit 2 EL Meerrettich und Semmelbröseln mit 1 TL Cayennepfeffer panieren. In 170 °C heissem Öl pro Seite 2 bis 3 Minuten goldbraun und knusprig ausbacken, auf Küchenpapier abtropfen und mit Meerrettichsauce und Schnittlauchsauce servieren.
Portionen
4 Personen
Vorbereitung
25 Min.
Zubereitung
plus Siedzeit falls frisch
Fleisch tranchieren
Das gekochte Siedfleisch quer zur Faser in gleichmässige 1 cm dicke Tranchen schneiden und auf beiden Seiten mit Salz und Pfeffer würzen. Kaltes Fleisch aus dem Kühlschrank schneidet sich sauberer als warmes.

Panierstrasse aufbauen
Drei flache Teller aufstellen: Mehl auf den ersten, auf den zweiten die verquirlten Eier mit Milch und dem geriebenen Meerrettich, auf den dritten die Semmelbrösel gemischt mit Cayennepfeffer. Diese Reihenfolge gibt die klassische doppelte Panade.

Panieren
Jede Tranche zuerst im Mehl wenden und abklopfen, dann durch die Ei-Meerrettich-Mischung ziehen und vollständig benetzen, zuletzt in den scharfen Bröseln wenden und leicht andrücken. Die panierten Tranchen 10 Minuten ruhen lassen, damit die Panade bindet.

Goldbraun ausbacken
Öl oder Butterschmalz auf 170 °C erhitzen: ein eingetunkter Holzstab blubbert fein. Die Tranchen einzeln einlegen und pro Seite 2 bis 3 Minuten goldbraun und knusprig ausbacken. Da das Fleisch schon gar ist, zählt nur die Panade.

Abtropfen und servieren
Auf Küchenpapier abtropfen lassen, sofort mit Salz bestreuen und mit Meerrettichsauce und Schnittlauch servieren. Dazu passen Kartoffelsalat, Preiselbeeren oder ein grüner Salat.

| Temperatur | Ergebnis | Tipp |
|---|---|---|
| Unter 160 °C | Panade saugt Öl, wird fettig | zu kühl, warten |
| 170 °C | goldbraun und knusprig | die ideale Temperatur |
| Über 180 °C | Panade dunkelt zu schnell, innen kalt | zu heiss, Hitze reduzieren |
Weil das Fleisch schon gar ist, braucht es nur die Panade zu bräunen. Lieber etwas zu heiss als zu kühl backen.
| Variante | Zutat | Ergebnis |
|---|---|---|
| Scharf klassisch | Meerrettich im Ei, Cayenne in den Bröseln | der Original-Charakter |
| Mit Parmesan | 2 EL geriebener Parmesan in den Bröseln | nussiger und dicker |
| Mit Panko | japanische grobe Brösel | extra knusprig |
Paniertes Siedfleisch ist in der Wiener und Alpenküche ein klassisches Reste-Gericht: das Fleisch vom Vortag bekommt durch die Panade eine völlig neue Textur.
Es ist aber auch als eigenes Gericht gedacht: man siedet ein Stück nur dafür und schneidet es kühl für die sauberen Tranchen.
Zwei Regeln: Öl bei 170 °C halten und die panierten Tranchen vor dem Backen 10 Minuten ruhen lassen. Die Ruhezeit bindet die Panade ans Fleisch.
Ein Holzstab oder ein Brösel testet die Temperatur: blubbert er fein, ist das Öl bereit. Zu wenig heisses Öl macht die Panade schwammig.
Jedes gegarte Stück, das sich sauber tranchieren lässt: Schulter, Klett, Huftdeckel oder übriger Tafelspitz. Sogar Kalbsvoressen funktioniert.
Das Fleisch muss wirklich gar sein, weil die 2 bis 3 Minuten Ausbacken nur die Panade bräunen, nicht das Fleisch garen.
Genau dafür ist es gedacht: übriges Siedfleisch aus dem Kühlschrank direkt tranchieren und panieren. Kaltes Fleisch hält die Form besser als warmes.
Dasselbe Rezept funktioniert mit jeder Art gekochtem Fleisch, auch mit Siedwurst, und ist der schnellste Weg, Reste in ein Festessen zu verwandeln.
Die Klassiker sind Meerrettichsauce und eine milde Schnittlauchsauce. Scharf zu scharf funktioniert, weil das fette Fleisch die Schärfe braucht.
Als Beilage: Kartoffelsalat mit Essig-Öl-Dressing, grüner Salat oder Apfelmus. Schwere Saucen wie Rahm sind zu viel, das Gericht ist schon reich.

Siedfleisch mit Suppengemüse und Meerrettich
Die ehrlichste Art, Siedfleisch zu essen: zart gesottenes Rind mit dem Gemüse aus dem eigenen Sud und einem Kranz…

Das perfekte panierte Schnitzel
Die perfekte Panade ist kein Zufall: trockenes Fleisch, drei Schüsseln und genug heisses Fett machen das Schnitzel…

Tafelspitz: das Rezept, das immer gelingt
Tafelspitz ist der österreichische Klassiker, der auch in der Schweiz beliebt ist: sanft gesottenes Rindfleisch mit…

Fleisch-Reste aufbewahren
Reste sind kein Abfall, sondern die halbe nächste Mahlzeit: mit schnellem Kühlen und den richtigen Regeln bleiben sie…

Rind teilen
CHF 199.00
Jeden Monat ziehen wir unter allen Abonnentinnen und Abonnenten ein Fleischpaket. Dazu melden wir uns, sobald das nächste Rind geteilt wird.
Mitmachen ist gratis, ohne Kauf.
Die Gewinnerinnen und Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Teilnahmebedingungen
170 °C im Öl. Darunter wird die Panade fettig, darüber dunkelt sie zu schnell, bevor sie knusprig wird.
2 bis 3 Minuten pro Seite, bis sie goldbraun sind. Das Fleisch ist schon gar, es geht nur um die Panade.
Meist weil die Tranchen zu nass waren oder die Panade keine Ruhezeit hatte. Fleisch trockentupfen und nach dem Panieren 10 Minuten warten.
Ja, auf einem Blech mit viel Öl bepinselt bei 220 °C etwa 15 bis 20 Minuten. Es wird trockener und weniger knusprig als im Fett gebacken.
Ja: Kalbsvoressen, gesottene Haxe oder sogar gekochte Pouletbrust lassen sich genauso in scharfer Panade ausbacken.