Wissen
Fleisch hat Saisonzeiten wie Obst und Gemüse: Lamm gibt es im Frühling und Herbst, Wild im Herbst, Kalb zu bestimmten Schlachtzeiten. Wer saisonal kauft, isst frischer und unterstützt die Kreisläufe.

Schweizer Fleisch hat Saisonzeiten: Lamm ist im Frühjahr (Osterlamm) und im Herbst am besten, Wild (Reh, Hirsch, Wildschwein) kommt ab Oktober nach der Jagd, Kalbfleisch gibt es saisonal zu den Haupt-Schlachtzeiten im Frühling und Herbst. Rind, Schwein und Poulet sind ganzjährig verfügbar, weil sie ganzjährig produziert werden. Gans und Ente gehören traditionell zu Martini und Weihnachten.
| Monat | Saison-Fleisch | Hintergrund |
|---|---|---|
| Frühjahr | ||
| März, April | Osterlamm, junges Kalb | Lämmer vom Winter, Kalb von der ersten Alpweide-Saison |
| Mai | Lamm, Kalb, erstes Poulet vom Frühjahr | vor der Alpzeit, viele Höfe schlachten |
| Sommer | ||
| Juni bis August | Rind, Schwein, Poulet ganzjährig | Alpzeit: Jungtiere auf der Alp, wenig Alp-Lamm |
| August | erstes Herbst-Lamm | frühe Alpabtrieb-Schlachtungen |
| Herbst | ||
| September, Oktober | Lamm nach dem Alpabtrieb, Kalb, Rind | viele Herdentiere werden geschlachtet, Lamm-Hauptsaison |
| Oktober bis Dezember | Wild: Reh, Hirsch, Wildschwein | Jagdsaison, beim Metzger auf Bestellung |
| November | Gans und Ente zu Martini | Traditioneller Feiertags-Vogel |
| Dezember | Gans, Ente, Weihnachtsbraten, Fondue-Fleisch | Festtagsschlachtungen, viele Metzger mit Spezialanlass |
| Winter | ||
| Januar, Februar | Rind, Schwein, Siedfleisch, Innereien | Zeit für Schmor- und Siedgerichte, Metzgete-Reste |
Die Saison gilt für Schweizer Fleisch aus heimischer Produktion. Import- und Kühlware sind ganzjährig da, aber nicht saisonal im Sinn des Wortes.
| Tier | Beste Saison | Anmerkung |
|---|---|---|
| Lamm | März–Mai und September–November | Osterlamm und Alpabtrieb-Lamm, die zwei Gipfel |
| Kalb | Frühjahr und Herbst | saisonale Schlachtzeiten, im Shop nur saisonal |
| Wild | Oktober–Dezember | nach der Jagd, begrenzte Mengen |
| Gans, Ente | November–Dezember | Martini und Weihnachten |
| Kaninchen | Herbst–Winter | traditionelles Winteressen |
| Rind, Schwein, Poulet | ganzjährig | aber Herbst hat oft die beste Qualität nach der Weidesaison |
Weil Tiere einem natürlichen Rhythmus folgen, auch wenn moderne Haltung das überdeckt. Lämmer kommen im Winter und Frühjahr zur Welt und werden nach einigen Monaten geschlachtet, darum ist Lamm im Frühling das klassische Osteressen und im Herbst nach dem Alpabtrieb wieder verfügbar. Kälber folgen den Weidezyklen, Wild folgt der Jagdsaison, Gänse und Enten werden für die Festtage im November und Dezember gemästet.
Ganzjährig verfügbar sind die Tiere, deren Produktion industriell geplant ist: Rind, Schwein und Poulet. Aber auch hier gibt es Qualitäts-Spitzenzeiten, etwa Rindfleisch nach der Weidesaison im Herbst, wenn die Tiere den Sommer auf der Alp verbracht haben.
Zweimal im Jahr. Im Frühjahr das Osterlamm: die Lämmer des Winters, jung und zart, traditionell um Ostern geschlachtet. Im Herbst das Alp- oder Herstlamm: die Lämmer, die den Sommer auf der Alp verbracht haben und nach dem Alpabtrieb im September und Oktober geschlachtet werden.
Das Herstlamm gilt bei Kennern als das beste: Nach einem Sommer auf Alpkräutern hat das Fleisch einen besonders nussigen, kräuterigen Geschmack. Schweizer Lamm ausserhalb dieser Fenster ist oft Importware oder eingefroren, und Importlamm kommt meist aus Neuseeland oder Grossbritannien.
Nach der Jagd. Die Schweizer Jagdsaison beginnt je nach Kanton zwischen Mitte September und Mitte Oktober und endet meist im Dezember. In diesen Monaten bekommen Metzger mit Jagdschein oder Bezug zu Jägern frisches Reh, Hirsch, Wildschwein und Gämse.
Die Mengen sind klein und die Nachfrage hoch: Wild beim Metzger wird oft auf Bestellung reserviert, und nach den Festtagen ist es wieder weg. Gefroren ist Schweizer Wild das ganze Jahr über verfügbar, aber das frische Stück vom Herbst ist anderes Fleisch.
Kalbfleisch ist ein Abfallprodukt der Milchwirtschaft und folgt den natürlichen Abkalb-Zyklen der Kühe. Die meisten Kälber kommen im Frühjahr und Herbst zur Welt und werden nach wenigen Monaten geschlachtet, darum ist Schweizer Kalbfleisch konzentriert in diesen beiden Saisons frisch verfügbar.
Im Kuhteilen-Shop gibt es Kalb nur saisonal, wenn das Angebot da ist. Wer Kalb will, kauft in der Saison und friert ein, oder kocht dieselben Rezepte mit Rind: Die Temperaturen und Methoden sind dieselben, nur die Garstufe zielt beim Rind 2 bis 4 °C tiefer.
Vier Dinge: Es schmeckt besser, weil das Fleisch frisch statt eingefroren ist und das Tier im richtigen Rhythmus lebte. Es ist günstiger, weil die saisonale Verfügbarkeit den Preis drückt, wenn alle Metzger Lamm haben, kostet es weniger als im Juni. Es ist nachhaltiger, weil kurze Wege und heimische Produktion Transport und Kühlung sparen.
Und es ist verbindender: Wer weiss, dass Herstlamm nach dem Alpabtrieb kommt und Wild nach der Jagd, versteht den Rhythmus der Landwirtschaft, statt Fleisch als ständig verfügbare Ware zu behandeln.
Frühling: Osterlamm, junges Kalb, erste Frühlingspoulets. Sommer: Grillfleisch von Rind, Schwein und Poulet, Alpkäse und Alpmilch passen als Beilage. Herbst: Alpabtrieb-Lamm, Wild, Pilz-Zeit, die Rinder von der Alp geben das beste Rindfleisch des Jahres. Winter: Gans, Ente, Schmorgerichte, Siedfleisch, Innereien und die Metzgete-Spezialitäten.
So dreht sich das Jahr wie ein Schweizer Küchenkalender, und man isst jedes Stück in dem Moment, in dem es am besten ist.

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Zweimal im Jahr: im Frühjahr um Ostern das Osterlamm und im September und Oktober das Alp- oder Herstlamm nach dem Alpabtrieb. Ausserhalb dieser Fenster ist es oft Importware oder eingefroren.
Oktober bis Dezember, je nach Kanton ab Mitte September. Frisches Wild gibt es beim Metzger auf Bestellung in diesen Monaten.
Weil Kalbfleisch den natürlichen Abkalb-Zyklen folgt: Die meisten Kälber kommen im Frühjahr und Herbst zur Welt. Im Shop gibt es Kalb darum nur saisonal; für Rezepte funktioniert Rind genauso.
Rind, Schwein und Poulet sind ganzjährig verfügbar, weil sie ganzjährig produziert werden. Aber auch hier ist die Qualität nach der Weidesaison im Herbst oft am besten.
Ja: Es ist frischer, günstiger, regionaler und schmeckt besser, weil das Tier im richtigen Rhythmus lebte. Wer saisonal kauft, isst z.B. Herstlamm nach dem Alpabtrieb und Wild direkt nach der Jagd.