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Rezept

Gnagi auf Apfel-Sauerkraut

Das gepökelte Eisbein der Schweizer Metzgete, zart gesotten auf Sauerkraut mit Apfel: das Winteressen, das fast von selbst kocht.

Gekochtes Gnagi auf Apfel-Sauerkraut mit Peterli auf einem Holzbrett
  1. Sieden90–120 Min
  2. Hitzeleicht siedend
Leise sieden statt kochen: so bleibt das Gnagi saftig und die Haut zart.

Kurz erklärt

Ein gepökeltes Gnagi von 700 g bis 1 kg wird kalt angesetzt und bei leicht siedendem Wasser 90 bis 120 Minuten gar gezogen, nie gekocht. Das Sauerkraut wird mit Apfel, Zwiebel, Kümmel und etwas Weisswein 30 Minuten weich geschmort, das Gnagi direkt darauf serviert. Nicht nochmals salzen, das Pökeln hat das erledigt.

  • Siedezeit nach Gewicht
  • Das Sauerkraut steuern

Portionen

4 Personen

Vorbereitung

15 Min.

Zubereitung

2 Std.

Zutaten

  • 1Gnagi (gepökelte Schweinshaxe), 700 g bis 1 kg
  • 2Zwiebeln, 1 geviertelt, 1 fein geschnitten
  • 2Lorbeerblätter
  • 6schwarze Pfefferkörner
  • 6Wacholderbeeren
  • 800 gSauerkraut, abgetropft
  • 1säuerlicher Apfel, grob geraffelt
  • 1 TLKümmel
  • 1 ELButter oder Gänsefett
  • 150 mlWeisswein, trocken
  • 1 ELZucker
  • 100 mlBouillon oder Gnagi-Sud

Zubereitung

  1. 1

    Gnagi kalt ansetzen

    Das Gnagi in einen grossen Topf legen und mit kaltem Wasser bedecken, es sollte 3 cm unter Wasser stehen. Geviertelte Zwiebel, Lorbeer, Pfefferkörner und Wacholder dazugeben und langsam aufheizen. Aufkochen, dann die Hitze zurücknehmen, sodass das Wasser nur noch leicht siedet.

    Gnagi kalt ansetzen
  2. 2

    Leise sieden lassen

    Zugedeckt 90 bis 120 Minuten leise sieden lassen, je nach Grösse. Das Wasser darf nie sprudelnd kochen, sonst wird das Fleisch trocken und die Haut reisst. Garprobe: das Fleisch löst sich mit einer Gabel fast vom Knochen, Kerntemperatur 75 bis 80 °C.

    Leise sieden lassen
  3. 3

    Apfel-Sauerkraut schmoren

    Inzwischen die fein geschnittene Zwiebel in 1 EL Butter 4 bis 5 Minuten weich dünsten. Sauerkraut, geraffelten Apfel, Kümmel, Zucker, Weisswein und 100 ml Bouillon dazugeben und zugedeckt 30 Minuten bei kleiner Hitze schmoren.

    Apfel-Sauerkraut schmoren
  4. 4

    Kraut abschmecken

    Das Kraut prüfen: ist es zu sauer, 1 TL Zucker oder einen zweiten geraffelten Apfel dazugeben, ist es zu mild, ein Schuss vom Gnagi-Sud. Nachsalzen ist selten nötig, der Gnagi-Sud ist bereits salzig.

    Kraut abschmecken
  5. 5

    Anrichten

    Das Gnagi aus dem Sud heben, 5 Minuten abtropfen lassen und auf dem heissen Apfel-Sauerkraut anrichten. Dazu passen Salzkartoffeln, Bauernbrot und scharfer Senf. Der Sud wird zur Suppe oder zum Einlegen des nächsten Krauts.

    Anrichten
Garzeit
90–120 Min
leise sieden, nicht kochen
Kerntemperatur
75–80 °C
Fleisch löst sich vom Knochen
Salz
keines
das Pökeln salzt schon
Für
4 Personen
1 Gnagi à 700 g bis 1 kg

Siedezeit nach Gewicht

GewichtSiedezeitPortionen
500 bis 700 g90 Minuten2 bis 3 Personen
700 g bis 1 kg100 bis 110 Minuten4 Personen
1 bis 1,3 kg110 bis 120 Minuten5 bis 6 Personen

Vorderhaxen sind kleiner und brauchen etwa 15 Minuten weniger als Hinterhaxen gleichen Gewichts.

Das Sauerkraut steuern

VarianteZusatzWirkung
Mit Apfel1 geraffelter säuerlicher Apfelmild, leicht süss, der Klassiker
Kräftiger100 ml Gnagi-Sud ins Krautsalziger, voller, Metzgete-Stil
Würzig1 EL Senfsamen + 2 Wacholderherber, zu dunklem Brot

Was ist ein Gnagi?

Gnagi ist das Schweizer Wort für die gepökelte, oft leicht geräucherte Schweinshaxe, meist die Vorderhaxe. Sie gehört zur Metzgete wie Saucisson und Blutwurst.

Frische Haxen und Gnagi sind nicht austauschbar: das Gnagi ist durchs Pökeln bereits gesalzen und aromatisiert und wird nur noch gar gezogen, nie gewürzt.

Warum sieden statt kochen?

Sprudelnd kochendes Wasser zieht dem Fleisch Saft heraus und lässt die Haut platzen. Bei leicht siedendem Wasser von etwa 85 bis 90 °C gart das Gnagi schonend und bleibt saftig.

Kalt ansetzen ist wichtig: die Temperatur steigt langsam, das Pökelsalz verteilt sich gleichmässig und der Sud wird klarer.

Wie wird das Sauerkraut nicht zu sauer?

Abtropfen und mit Apfel, Zucker und Wein abmildern. Der geraffelte Apfel bringt Fruchtsüsse, die die Milchsäure des Krauts auffängt, ohne es süss zu machen.

Wer es milder will, spült das Kraut kurz in kaltem Wasser. Wer die volle Kraft mag, lässt das Abtropfen weg und braucht mehr Bouillon.

Was mache ich mit dem Gnagi-Sud?

Der Sud ist flüssiges Gold: er ist der klassische Fond für die nächste Sauerkraut-Schmorrunde oder eine Gerstensuppe wie die Bündner.

Zugedeckt im Kühlschrank hält er 3 Tage und friert 3 Monate ein. Zum Reinkochen in ein nächstes Gericht erst abschmecken, er ist kräftig gesalzen.

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Häufige Fragen

Wie lange kocht man ein Gnagi?

Kalt angesetzt 90 bis 120 Minuten leise sieden lassen, nie sprudelnd kochen. Garprobe: das Fleisch löst sich fast vom Knochen.

Muss man Gnagi vorher wässern?

Nur wenn es sehr stark gesalzen oder geräuchert ist, dann 1 bis 2 Stunden in kaltem Wasser. Normales Metzger-Gnagi geht direkt in den Topf.

Warum wird mein Sauerkraut zu sauer?

Kraut vor dem Schmoren gut abtropfen, mit geraffeltem Apfel, 1 EL Zucker und Weisswein schmoren. Ein Schuss Bouillon mildert zusätzlich.

Kann man Gnagi im Ofen machen?

Ja, zugedeckt in wenig Sud bei 160 °C etwa 2 Stunden. Die Haut wird fester als beim Sieden, das Fleisch bleibt saftig.