Grillieren
Ein Steak braucht Kruste, ein dicker Braten Zeit. Zwei Zonen geben dir beides auf demselben Grillrost, ohne dass du das Fleisch ständig vom Feuer nehmen musst.

Direkt grillieren heisst, das Fleisch liegt über der Hitzequelle und bräunt schnell. Indirekt grillierst du daneben, mit geschlossenem Deckel und ohne Glut direkt darunter. Eine Zweizonen-Anordnung lässt dich zwischen beiden Bereichen wechseln.
| Situation | Zone | Deckel | Warum |
|---|---|---|---|
| Dünnes Steak | Direkt | Zum Wenden kurz öffnen. | Kurze Garzeit, schnelle Bräunung. |
| Dicker Hohrücken | Direkt, danach indirekt | Beim Nachgaren schliessen. | Kruste und kontrollierter Kern. |
| Braten oder Rippen | Indirekt | Geschlossen halten. | Hitze umströmt das Stück. |
| Flammen durch Fett | Sofort indirekt | Deckel nur kontrolliert bewegen. | Verhindert verbrannte Oberfläche. |
| Grill | Direkte Zone | Indirekte Zone | Kontrolle |
|---|---|---|---|
| Gasgrill | Brenner auf hoher Stufe. | Mindestens einen Brenner ausschalten. | Garraum am Rost messen. |
| Kugelgrill | Kohle auf eine Seite schieben. | Rost über dem kohlefreien Bereich. | Luftschieber in kleinen Schritten ändern. |
| Kamado | Glut unter dem Rost. | Deflektor zwischen Glut und Rost. | Keramik reagiert verzögert. |
| Smoker | Feuer getrennt vom Fleisch. | Garraum wird indirekt beheizt. | Sauberen Luftstrom halten. |
| Fehler | Folge | Bessere Lösung |
|---|---|---|
| Nasse Marinade auflegen | Dampf statt Kruste. | Überschuss abtupfen. |
| Deckel dauernd öffnen | Temperatur und Rauch entweichen. | Nur für gezielte Kontrolle öffnen. |
| Flammen mit Wasser löschen | Asche und heisser Dampf können aufwirbeln. | Fleisch in die freie Zone legen. |
| Kernwert mit Garraum verwechseln | Steak wird zu früh oder zu spät serviert. | Kerntemperatur separat messen. |
Beim direkten Grillieren liegt das Fleisch über der Glut oder einem aktiven Brenner. Die Oberfläche bekommt in kurzer Zeit kräftige Röstaromen, doch dünne Stücke können schnell übergaren.
Direkte Hitze ist gut für dünne Steaks, Spiessli und den letzten Krustenschritt. Sie ist weniger geeignet, um einen dicken Braten vollständig durchzugaren.
Wenn Fett in die Flammen tropft, verschiebe das Stück sofort. Das Ziel ist eine braune Kruste, keine schwarze Stelle vom Aufflammen.
Indirekt liegt das Fleisch nicht direkt über der Hitzequelle. Warme Luft bewegt sich im geschlossenen Grill um das Stück und gart es gleichmässiger als eine einzelne Flamme von unten.
Diese Methode passt zu dickem Steak, Braten, Rippen und längeren Garungen. Beim Kugelgrill liegt die Kohle auf einer Seite, beim Gasgrill schaltest du einen Brenner aus.
Ein indirektes Setup kann ohne freie Luftwege nicht gleichmässig arbeiten. Lasse um das Fleisch Platz und platziere ein Tropfblech so, dass es nicht den ganzen Rost abdeckt.
Richte eine heisse direkte Seite und eine freie indirekte Seite ein. Auf dem Gasgrill bleibt ein Brenner aus; bei Kohle schiebst du die Glut an den Rand oder auf eine Hälfte des Feuerraums.
Heize den Grill mit geschlossenem Deckel vor, bevor du das Fleisch auflegst. Miss die Temperatur am Rost, denn die Anzeige am Deckel kann deutlich abweichen.
Beim Kamado setzt du für indirekte Hitze einen Deflektor ein. Plane diesen Aufbau vor dem Anzünden, weil die Keramik lange heiss bleibt und ein Umbau später mühsam ist.
Ein dickes Steak bekommt zuerst eine Kruste über direkter Hitze und gart danach in der kühleren Zone bis zum Ziel. Der Wechsel erfolgt, sobald die Oberfläche gut gebräunt ist, nicht nach einer starren Minutenregel.
Ein dünnes Steak braucht den indirekten Schritt oft nicht. Nutze ein Thermometer bei dicken Stücken und beachte, dass die Kerntemperatur nach dem Herunternehmen noch leicht ansteigt.
Bei aufflammendem Fett gehst du sofort aus der direkten Zone. Erst wenn die Flamme weg ist, entscheidest du, ob das Stück zurück auf die Hitze kann.
Der Deckel hält warme Luft im Grill und macht indirektes Garen gleichmässiger. Für kräftiges direktes Anbraten kann er kurz offen sein, beim Nachgaren bleibt er geschlossen.
Bei Kohle- und Keramikgrills steuert die Luftzufuhr die Verbrennung. Verändere die Öffnung schrittweise und gib dem Grill Zeit, auf die Anpassung zu reagieren.
Verlass dich nicht allein auf die Zahl am Deckel. Wind, Aussentemperatur und Position des Fühlers verändern die Hitze an der Grillfläche.
Dicke Steaks wie Hohrücken lassen sich zuerst anbräunen und dann indirekt auf die gewünschte Garstufe bringen. Picanha kann in Stücken oder als Ganzes ebenfalls vom Wechsel profitieren.
Braten und Rippen bleiben überwiegend in der indirekten Zone. Dünne Flankstreifen und Spiessli liegen nur kurz direkt über der Hitze.
Das Stück entscheidet über die Methode: Zarte Cuts brauchen vor allem kurze Hitze, bindegewebereiche Cuts brauchen eine lange, ruhige Garung.
Direkte Hitze eignet sich für dünne Steaks, Spiessli und Stücke, die in wenigen Minuten bräunen sollen. Dicke Cuts werden aussen schnell dunkel, bevor der Kern die gewünschte Garstufe erreicht. Gare sie darum zunächst indirekt und bräune die Oberfläche erst am Schluss.
Für indirektes Garen liegt das Fleisch neben der Glut oder über einem ausgeschalteten Brenner. Bei einem Braten mit Knochen lässt du Luft rundherum zirkulieren und setzt eine Auffangschale unter das Stück. Beim Gasgrill soll die Schale nicht direkt auf dem Brenner liegen.
Ein Hohrückensteak von etwa 4 bis 5 cm Dicke kann bei 160 bis 180 °C indirekt vorgaren und dann kurz über sehr heisser direkter Zone Farbe bekommen. Nimm es für rosa à point einige Grad vor dem Ziel ab und prüfe den Kern seitlich. Dünne Spiessli brauchen diese zweistufige Methode nicht.
Beim Wenden wechselst du die Seite des Fleisches nicht mit der Hitzezone: Erst wird die Oberfläche in der direkten Zone gebräunt, danach gart der Kern in der kühleren Zone weiter. Ein Deckel hilft dort, die Lufttemperatur gleichmässig zu halten.
Wenn Fett in die Glut tropft oder Flammen hochschlagen, verschiebst du das Fleisch in die indirekte Zone. Warte, bis sich die Flamme legt, statt sie mit Wasser zu löschen. Eine freie Zone ist zugleich dein Sicherheitsbereich für kurzfristige Temperaturspitzen.
Bei einem Zwei-Brenner-Gasgrill stellst du einen Brenner ein und lässt den anderen aus. Bei drei oder vier Brennern kannst du eine Seite einschalten und die übrige Fläche als indirekte Zone nutzen. Die genaue Leistung hängt vom Gerät ab; miss die Temperatur dort, wo das Fleisch liegt.
Beim Kugelgrill schiebst du die heisse Kohle auf eine Seite oder nutzt zwei Kohlekörbe. Der leere Bereich ist die indirekte Zone. Setze die Deckelöffnung so, dass Rauch über das Fleisch zieht und nicht direkt neben der Glut entweicht.
Ein Kamado braucht einen Deflektor, wenn du lange indirekt garst. Im Elektrogrill ist die ganze Fläche oft eine gemeinsame Heizzone, darum grillierst du kleinere Portionen und verschiebst sie bei Bedarf an den Rand. Bei einem Smoker liegt das Fleisch bereits ausserhalb der Feuerkammer.
Heize den Grill mit geschlossenem Deckel vor und warte, bis der Messwert auf Rosthöhe stabil ist. Öffnest du den Deckel häufig, verändert sich die Lufttemperatur und Gas- oder Kohlegrill reagieren unterschiedlich schnell. Nach dem Schliessen gibst du dem Gerät Zeit, bevor du weiterregulierst.
Lege eine Sonde in den Kern und eine zweite neben das Fleisch, wenn du einen langen Braten planst. Die erste misst Garzustand, die zweite hilft, die Zone zu steuern. So musst du nicht aus der Deckelanzeige auf die Kerntemperatur schliessen.
Bei einem einzelnen Brenner kannst du keine echte ausgeschaltete Zone bilden. Nutze dann die niedrigste stabile Leistung, lege das Fleisch möglichst weit vom Brenner weg und kontrolliere die Rosttemperatur. Für längere Garung ist ein Gerät mit mehreren Brennern, ein Kugelgrill oder ein Smoker besser geeignet als der Versuch, den Rost mit ständigem Wenden kühl zu halten.
Eine gute Reihenfolge für ein dickes Stück ist: indirekt vorgaren, bei Bedarf kurz ruhen lassen und erst unmittelbar vor dem Servieren direkt bräunen. Beim Steak im Gasgrill lässt du den Deckel in der kühleren Zone geschlossen. Für eine dünne Hufttranche reicht direktes Grillieren, wenn du sie nach dem Auflegen nicht ständig verschiebst.
Die Rückwärtsmethode eignet sich besonders für ein Steak ab etwa 4 cm Dicke: erst bei moderater indirekter Hitze bis knapp unter den Zielwert garen, dann kurz direkt bräunen. Bei einem dünnen Steak ist dieser Umweg unnötig. Miss den Kern vor dem Wechsel in die heisse Zone, damit die Kruste nicht erst entsteht, wenn die Mitte bereits zu weit gegart ist.

Grilltemperatur und Hitzezonen
Die Zahl am Grilldeckel verrät nicht, wie heiss die Rostfläche ist. Für gutes Rindfleisch sind Garraum, Rost und Kern…

Kugelgrill grillieren
Ein Kugelgrill kann mehr als direkt über der Glut garen. Mit Kohle auf einer Seite und geschlossenem Deckel bekommt…

Kamado grillieren
Ein Keramikgrill hält Wärme lange und reagiert langsam auf Änderungen. Darum beginnt gutes Kamado-Grillieren mit einem…

Steak-Kerntemperatur
Am Grill wartet die Familie auf ein saftiges Steak mit kräftiger Kruste. Miss im Kern statt nach der Uhr zu gehen, und…
CHF 199.00
Jeden Monat ziehen wir unter allen Abonnentinnen und Abonnenten ein Fleischpaket. Dazu melden wir uns, sobald das nächste Rind geteilt wird.
Mitmachen ist gratis, ohne Kauf.
Die Gewinnerinnen und Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Teilnahmebedingungen
Direkt liegt das Fleisch über der Hitzequelle, indirekt daneben und gart durch warme Luft.
Schalte einen Brenner aus und lege das Fleisch über die unbeleuchtete Seite.
Schiebe die Glut auf eine Seite und halte die andere Fläche frei.
Ja, so bleibt die Garraumtemperatur stabiler.
Ja, aber für eine kräftige Kruste fehlt oft der direkte, heisse Schritt.
Verschiebe das Fleisch in die indirekte Zone und warte, bis sich die Flamme legt.
Das hängt von Dicke und Zielgarstufe ab; miss den Kern statt nur die Zeit zu zählen.
Es ist ebenfalls indirekt, Smoken ergänzt den Garprozess mit Rauch.